Fortbildung sichert Fortbestand

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Fortbildung sichert Fortbestand

Der VMI setzt mit seiner Schulungs-Offensive auf praxisnahen Wissenstransfer. Nach insgesamt sieben Modulen werden die Teilnehmer des laufenden Pilotprojektes voraussichtlich im Sommer 2020 theoretische und praktische Prüfungen ablegen und die heiß begehrte Urkunde zum zertifizierten Motoreninstandsetzer erhalten.

Da die Anforderungen an eine professionelle Motoreninstandsetzung bekanntlich sehr hoch sind, stehen vielfältige Fähigkeiten und Kenntnisse in der Fehlerdiagnose, Reparatur und Instandsetzung im Fokus der Aus- und Weiterbildung. Um das Berufsbild und das Image des Motoreninstandsetzers in der automobilen Branche zu etablieren und um qualifizierte Nachwuchskräfte zu sichern, hat der Vorstand des Verbandes der Motoren-Instandsetzungsbetriebe (VMI) mit Sitz in Meerbusch keine Mühe gescheut und die Themen „Schulung und Fortbildung“ mit aller Kraft vorangetrieben.

Nach einer intensiven Beratungs- und Vorbereitungsphase war es dann im September 2018 soweit, dass der Startschuss zum Pilotprojekt „Fortbildung zum Motoreninstandsetzer“ fallen konnte. Mit der Leitung des Fortbildungs-Projektes beauftragte der VMI den erfahrenen Dipl.-Ing. Volker Schittenhelm. Der Experte setzt bei der Wahl der Referenten und der Themenschwerpunkte auf sein breites Netzwerk, das er seit mehr als 20 Jahren im Aftermarket aufgebaut hat.

Vor dem Hintergrund, dass die zum Lehrgang angemeldeten Teilnehmer – darunter Kfz-Meister und -Mechatroniker, ehemalige Feinmechaniker, Quereinsteiger sowie Mitarbeiter und Lehrlinge aus den Bereichen Kundenbetreuung und Außendienst – zwar alle mit der Motoreninstandsetzung vertraut sind, aber über unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen verfügen, sind die Inhalte der Schulungsprogramme so aufgebaut, dass jeder auf seinem Kenntnisstand abgeholt wird und etwas Neues für seinen Arbeitsalltag mitnehmen kann. Das zu vermittelnde Wissens-Spektrum ist breit gefächert und reicht vom  Verbrennungsmotor und von Motorenbauteilen über Turbolader, Öl und Schmierstoffe bis hin zu Diesel-Einspritzsystemen.

Wie hoch der Stellenwert des Schulungsprogramms für den VMI ist, wird auch dadurch unterstrichen, dass der Vorstandsvorsitzende Ingo Königshoven, der Stellvertreter des Vorsitzenden und Schatzmeister Rolf Sachweh sowie Geschäftsstellenleiter Peter Fuchs bei der Auftaktveranstaltung dabei waren und auch die meisten anderen Module begleiten wollen. Aus dem Dialog mit den Teilnehmern und Referenten lassen sich so manche Ideen und Anregungen ableiten, die in die Fortsetzung und Entwicklung der Fortbildungs-Offensive einfließen werden.

Ingo Königshoven betont: „Wichtig ist für uns als Vorstand auch, dass bei der Fortbildungs-Reihe neben der Theorie vor allem der Praxisteil, der Erfahrungsaustausch und der Aufbau eines Netzwerkes nicht zu kurz kommen.“

Bild VMI Fortbildung

Mit Briggs & Stratton fing es an …

Gastgeber des ersten Moduls dieser exklusiv für die Mitarbeiter/innen der Mitgliedsbetriebe eingerichteten Seminarreihe war das Fördermitglied Briggs & Stratton Germany in Viernheim.

Rund 20 Teilnehmer aus mehreren VMI-Mitgliedsbetrieben erlebten drei spannende Tage mit interessanten Fachvorträgen und Praxisvorführungen. Es gab aber auch ausreichend Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, Netzwerken und nicht zuletzt zum geselligen Beisammensein. Der Titel des ersten Seminars lautete „Einführung in die Technik der Verbrennungsmotoren sowie Schadensanalysen“. Den Einführungsvortrag bot Reiner Ulrich, der zum Grundlagen-Thema „Bauteile und Komponenten“ referierte. Dipl.-Ing. Volker Schittenhelm informierte über gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Motoreninstandsetzungsbetriebe zu berücksichtigen haben und hielt darüber hinaus auch einen Vortrag mit dem Titel „Der Schaden – Chancen und Risiken für den Motoreninstandsetzer“.

Dr.-Ing. Bernd Liebig – der als Sachverständiger für die Beurteilung von Motorschäden und als Leiter der Geschäftsstelle der „Gütegemeinschaft der Motoreninstandsetzungsbetriebe e. V.“ (GMI) tätig ist – führte in die Schädigungstheorie ein. In seinem Vortrag ging es um „Abnutzung und Überlastung“, „Verschleiß und seine Mechanismen“, „Korrosion sowie Ermüdung
und Alterung“. Für die meisten Teilnehmer war der Praxistag unter der Leitung von Hans Reidel, Service-Manager bei Briggs & Stratton und erfahrener Betreuer der hauseigenen Schulungsprojekte ein unvergesslicher Höhepunkt. Schließlich war es eine einmalige Gelegenheit, live mitzuerleben, wie an den drei gesponserten Motoren verschiedene Schäden durch

Fremdeinwirkung herbeigeführt wurden. Nach den spannenden Vorführungen wurden die defekten Motoren von den Kursanten zerlegt und die entstandenen Schadensbilder begutachtet und dokumentiert.

Das zweite Modul des Fortbildungs-Projektes fand im Januar 2019 am Standort der MS Motorservice International GmbH (MSI) in Neuenstadt am Kocher statt. Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Motorkomponenten für den Ersatzteilmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Schwerpunktthema „Motorenbauteile“ umfasste Informationen rund
um Kolben, Ventile und Schrauben u.a. der Premium-Marken Kolbenschmidt und Pierburg sowie TRW Engine Components und BF. Die Referenten Reiner Holwein, Technical Service und Training bei MSI und Mario Rauch, Leiter Technisches Marketing bei der Firma Elring Klinger bestritten das Vortragsprogramm.

Bild VMI Fortbildung

Turbolader im Fokus

Im April 2019 war Köln Treffpunkt der lernwilligen und hoch motivierten Motoreninstandsetzer, die in den Schulungsräumen des Fördermitglieds Hans Hess Autoteile GmbH dem Vortragsprogramm beiwohnten und im Betrieb des Fördermitglieds Motair Turbolader GmbH den praktischen Teil erlebten.

Motair-Geschäftsführer Andreas Solibieda informierte über Grundlagen und Technologien sowie über Peripherie-Baugruppen. Es folgten Turbolader-Einbauhinweise, typische Ausfallursachen und Schadensfälle aus der Praxis sowie ein Leitfaden für den reibungslosen Turboladertausch. Ergänzende Inhalte bot Musiala Leszek von der BorgWarner-Niederlassung in Kirchheimbolanden.

Weitere Lehrgangs-Schwerpunkte waren den Themen Schmiersysteme, Filtertechnik und Motorkühlung gewidmet. Referenten waren Dr. Reinhard Ledwig, Ansprechpartner für technische Beratung in den Bereichen Schmierstoffe, Mineralölprodukte und Kraftstoffe bei der Firma Erbslöh in Krefeld, Jan Reichenbach von Mahle Aftermarket und Dipl.-Ing. Volker Schittenhelm.
Letzterer erklärte, dass es für einen zertifizierten Motoreninstandsetzer wichtig sei, die Qualitäts-Unterschiede der auf dem freien Markt vorhandenen Schmierstoffe und Filter zu kennen, um diese auch dem Kunden erklären zu können. Großes Interesse weckte bei dem Fortbildungs-Modul in Köln auch der praktische Teil. Bei einem Rundgang in Begleitung des technischen
Leiters beim Turbolader-Spezialisten Motair, Bernd Jüngling, lernten die Kursteilnehmer verschiedene Etappen der qualifizierten Turbolader-Instandsetzung kennen und erlebten das Herbeiführen von Schäden durch Fremdeinwirkung. Im Rahmen von praktischen Vorführungen wurde die Zerlegung eines Turboladers aufgezeigt sowie eine Begutachtung vorgenommen.

Endspurt und Abschluss

Gastgeber des vierten Moduls der Seminarreihe war im Juni d.J. die Firma Schaeffler Automotive Aftermarket aus dem hessischen Langen. Thematisch ging es hier vorrangig um elektronische Bauteile, Ersatzteilgeschäft und innovative Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität.

Teil fünf des VMI-Pilotprojektes „Fortbildung zum Motoreninstandsetzer“ soll am 10. und 11. Oktober 2019 bei der Firma Bosch Service Steinmetz GmbH in Kürnach stattfinden. Diesmal stehen Schulungsinhalte wie Diesel-Einspritzsysteme inklusive Sensorik und Luftmassenmessung, Düsen, Abgasnachbehandlung und Kraftstoffversorgung elektronischer Bauteile auf dem Programm.

Wie mit der Projektgruppe „Zertifikatskurs“ und dem VMI-Vorstand abgestimmt, werden die Module Nr. 6 (voraussichtlich im November oder Dezember 2019) und Nr. 7 (voraussichtlich im Februar oder März 2020) als sogenannte „betriebspraktische Unterweisungen“ und somit als praxisorientierte Schulungen bei einem Mitgliedsbetrieb angeboten.

Die Teilnehmer am aktuellen VMI-Zertifikatskurs „Motoreninstandsetzer“ werden vor den Sommerferien theoretisch und praktisch in einem Fachbetrieb geprüft. Die Übergabe der Zertifikate erfolgt auf der Jahres-Mitgliederversammlung 2020 in Neckarsulm.

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